Seit Januar 2026 bremst Chrome Websites aus, die viele Push-Nachrichten verschicken, auf die kaum jemand reagiert. Betroffene Websites kommen nur noch auf rund 1.000 Nachrichten pro Minute, im Wiederholungsfall bis zu 14 Tage lang. Ob es Dich trifft, hängt am Verhältnis zwischen Deinem Versand und der echten Nutzung Deiner Website. Mit dieser Checkliste prüfst Du Dein Risiko und hältst Deine Zustellrate hoch.
- Was hat Chrome bei Web-Push verschärft?
- Mit welchen drei Fragen prüfst Du Dein Risiko?
- Woran merkst Du, dass Du gedrosselt wirst?
- Wie segmentierst Du nach Aktivität?
- Welche Trigger-Kampagnen lohnen sich?
- Wie oft darfst Du pushen?
- Was tun, wenn Web-Push an Grenzen stößt?
- Deine Checkliste auf einen Blick
Was hat Chrome bei Web-Push verschärft?
Chrome prüft jeden Tag, ob eine Website mit ihren Push-Nachrichten stört. Fällt sie auf, lehnt der Push-Dienst alles über rund 1.000 Nachrichten pro Minute mit dem Fehlercode HTTP 429 ab. Eine Kampagne an 300.000 Abonnent:innen braucht dann fünf Stunden.
Die Sperre wächst mit jedem auffälligen Tag: erst 1 Tag, dann 7, dann 14 Tage. Zurückgesetzt wird sie erst nach 42 Tagen in Folge ohne Auffälligkeit. Zusätzlich entzieht Chrome Websites mit viel Versand und wenig Engagement automatisch die Berechtigung für Benachrichtigungen.
Wie die Regeln im Detail funktionieren, haben wir in Neue Regeln für Web Push durch Google erklärt. Hier geht es darum, was Du jetzt konkret tust.
Mit welchen drei Fragen prüfst Du Dein Risiko?
Chrome bewertet drei Signale. Jedes lässt sich in eine Frage übersetzen, die Du mit Deinen eigenen Daten beantworten kannst:
| Was Chrome misst | Deine Diagnosefrage | Wo Du nachschaust |
| Push-Nachrichten im Verhältnis zur Nutzungszeit | Kennst Du das Verhältnis von Nachrichten zu Verweildauer? | Versandstatistik und Sitzungsdauer in Deiner Web-Analyse |
| Berechtigungsabfragen im Verhältnis zur Nutzungszeit | Wie steht es um das Verhältnis von Berechtigungsabfragen zur Sitzungsdauer? Erscheint der Dialog schon beim ersten Seitenaufruf? | Opt-in-Einstellungen, Zahl der Abfragen im Vergleich zu Sitzungen |
| Engagement mit der Website | Ist der Website-Engagement-Wert hoch genug? Kommen Deine Abonnent:innen regelmäßig wieder? | Wiederkehrende Nutzer:innen in der Web-Analyse; chrome://site-engagement zeigt den Wert für Deinen eigenen Browser |
Konkrete Schwellenwerte veröffentlicht Google nicht. Wo Du eine Frage nicht beantworten kannst, fängst Du an.
Woran merkst Du, dass Du gedrosselt wirst?
Google schickt dir keine Benachrichtigung. Diese Anzeichen findest Du in Deinen Daten:
- HTTP 429 im Versand: Der Push-Dienst lehnt Nachrichten an Chrome-Empfänger:innen ab. Das ist der eindeutige Beleg.
- Kampagnen dauern länger: Ein Versand an alle braucht plötzlich Stunden.
- Abonnent:innen verschwinden: Mehr Abos laufen ab (HTTP 404 oder 410), ohne dass jemand sich abmeldet. Das spricht für den automatischen Entzug der Berechtigung.
- Klickrate sinkt: Noch keine Drosselung, aber ein frühes Warnsignal.
Wie segmentierst Du nach Aktivität?
Der schnellste Hebel: Schick Kampagnen nur an die, die noch zuhören. Drei Filter kannst Du sofort setzen:
- Nutzer-Aktivität: zum Beispiel „hat in den letzten 30 Tagen geklickt“. Wer seit Monaten nicht reagiert, bekommt eine Reaktivierungskampagne und fällt danach aus dem Regelversand.
- Besuchte Kategorien: Wer im Shop nur Laufschuhe ansieht, bekommt keinen Push zu Winterjacken.
- Gerätetyp: Desktop- und Mobil-Nutzer:innen reagieren oft unterschiedlich. Teste Inhalte und Uhrzeiten getrennt.
Jeder Filter verkleinert die Empfängerliste und verbessert genau das Verhältnis, das Chrome misst.
Welche Trigger-Kampagnen lohnen sich?
Trigger-Kampagnen starten, wenn jemand etwas tut. Sie kommen im passenden Moment und gehen nur an Menschen, die gerade Interesse gezeigt haben. Drei Klassiker für Web-Push:
| Kampagne | Auslöser | Beispiel-Push |
| Warenkorbabbruch (Abandoned Cart) | Artikel im Warenkorb, kein Kauf nach einigen Stunden | „Deine Sneaker in Größe 42 liegen noch im Warenkorb.“ |
| Wieder verfügbar (Back-in-Stock) | Ein gemerkter Artikel ist wieder auf Lager | „Die Regenjacke in M ist wieder da.“ |
| Preissenkung (Price Drop) | Der Preis eines gemerkten Artikels sinkt | „Der Kaffeevollautomat auf Deiner Merkliste kostet jetzt 50 Euro weniger.“ |
Automatisierte Abläufe wie diese baust Du in CleverPush zum Beispiel mit Follow-up-Kampagnen.
Wie oft darfst Du pushen?
Wer Abonnent:innen mit Pushes überhäuft, erzeugt User Fatigue. Nachrichten werden ignoriert, als Spam gemeldet oder die Berechtigung wird entzogen. Das drückt Dein Engagement und damit Deine Bewertung in Chrome.
Die Lösung ist Frequency Capping, also eine feste Obergrenze pro Abonnent:in. Unsere Empfehlung: höchstens 4 Nachrichten pro Tag. Google selbst nennt keine Zahl. Besuchen Deine Nutzer:innen die Website nur selten, liegt die sinnvolle Grenze deutlich darunter. Trigger-Nachrichten zählst Du mit.
Was tun, wenn Web-Push an Grenzen stößt?
Direkt auf den Sperrbildschirm kommst Du auch über andere Kanäle:
- App Push für Nutzer:innen Deiner App
- Wallet Push über Karten in Apple Wallet oder Google Wallet
- SMS und RCS, ganz ohne App-Installation
- Messenger wie WhatsApp
Die Regeln dieser Checkliste gelten dort genauso: Wer relevant schreibt, behält seine Reichweite.
Deine Checkliste auf einen Blick
- Verhältnis von Nachrichten zu Verweildauer ermittelt
- Berechtigungsabfrage erst nach einer Interaktion eingeblendet
- Engagement von Abonnent:innen geprüft
- Versand auf HTTP 429 und abgelaufene Abos kontrolliert
- Segmente nach Aktivität, Kategorie und Gerätetyp angelegt
- Trigger-Kampagnen für Warenkorb, Verfügbarkeit und Preis aktiv
- Frequency Capping gesetzt: Höchstens 4 Pushes pro Tag
- Alternative Kanäle für zeitkritische Nachrichten bereit
Hast Du alle Punkte abgehakt, landen Deine Pushes bei Menschen, die sie lesen wollen, und das Risiko einer Drosselung sinkt deutlich.
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